Ensembles
No Business For Dogs
Juun – pianoguts
Bernhard Breuer – drums
Steven Hess – drums, electronics
Alfred Reiter – sounddesign
No Business For Dogs ist ein Hybrid aus mäandernder Improvisation und dem Willen zur Struktur, geformtem Chaos und zerbrechender Ordnung, subtiler Kraft und dramatischer Fragilität. Die ungewöhnliche Besetzung mit 3 Innenraumklavieren und 2 Schlagzeugen eröffnet ein mächtiges klangliches Spektrum. Hier sind sensible Musikerinnen auf der Suche nach noch nicht betretenem klanglichem Terrain und scheuen dabei vor nichts zurück, seien es klassische (Song-)Strukturen, oder die Anziehungskraft des bisher gänzlich Unerhörten.
Die Perkussivität der Instrumente führt zu rhythmisch vielschichtig verwebten Texturen, die mal energetisch grooven, mal bizarr ausfransen, aber stets frisch klingen. Das Spiel von Anschlag und Resonanz wird raffiniert ausgereizt, das Punktuelle in der Hüllkurve der Klänge zerfällt in spektrale Linien, aus denen sich unerwartete flächige Strukturen entwickeln, die wiederum zu pulsieren beginnen. Da kann es schon mal fast gespenstisch still werden, um kurz darauf in einen befreienden klanglichen Mahlstrom auszubrechen.
Eine unbeugsame Spannung im Ausdruck und ein starker Wille zur Form prägt die Dynamik im Zusammenspiel der Protagonistinnen. Aus scheinbarer Ruhe oder Ruhelosigkeit werden plötzlich unkonventionelle aber deutliche Dramaturgien erkennbar, minimalistisch oder rhapsodisch, reduziert oder opulent. (Stephan Sperlich)
Hauf / Hess / Jackson / Juun
Boris Hauf – tenor and sopransax
Steven Hess – drums and electronics
Keefe Jackson – contrabassclarinet and tenorsax
Juun
– pianoguts
Hauf / Hess / Jackson / Juun came together in April 2010, for a concert as part of the Outer Ear series at Experimental Sound Studio in Chicago. Boris Hauf, Steven Hess, Keefe Jackson, and Juun were working together during the annual new music festival Chicago Sound Map, and decided to put together a quartet to investigate their possibilities of collective improvisation. After some negotiation and post-production work by Hauf, the project was realized in its current form. Taking advantage of the varied backgrounds of the four and their shared interest in different areas of texture, rhythm, harmony, and long form, the music of this group promises to be a new direction for cross-Atlantic collaboration in improvised music.
deepseafish K
Katharina Klement – Horizontalsaiteninstrumente
Manon Liu Winter – Horizontalsaiteninstrumente
Juun – Horizontalsaiteninstrumente
Eintauchen in das Innere von Instrumenten. K wie Keys, Instrumente wie Klaviere, nackte Klavierinnenräume, Clavichorde. Eine Welt aus Holz und Metall, in der sich Aktivität enfaltet, Bewegung, die Klänge auslöst. Feinst gesponnene Klänge, aber auch unter größter Anspannung den Instrumenten abgeschabte oder aus ihnen herausgehämmerte. Mal hautnah und knisternd trocken, mal weitläufig und beinahe unheimlich durch den dunklen Nachhall der Resonanzkörper, oft in flirrenden Überlagerungen.
Der Zuhörer "schwimmt" in einem klanglichen Mikro- und Makrokosmos, dessen Energie unablässig zwischen Fragilität und Wucht oszilliert. Massive Klangblöcke geraten unvermittelt in Bewegung, Partikel stieben auseinander und plötzlich ist alles unendlich zerbrechlich, doch folgt bald der nächste Kulminationspunkt eines unumstößlichen So-und-nicht-anders. Singuläre Ereignisse stehen immer im Zusammenhang einer größeren Form, das Gesamte reagiert auf das Einzelne und das Einzelne auf das Gesamte.
Die Musik wirkt trotz der unbändigen Kraft so fein ziseliert, arbiträr scheinende Klänge werden zunehmend derart mit Bedeutung besetzt und diese hernach so zielsicher wieder hintertrieben, dass man glaubt, man habe es mit auskomponierter Musik zu tun. Die Reduktion in der Wahl der Mittel und die konsequente Verweigerung von Assoziationsangriffspunkten führen zu einer größeren Palette des Erreichbaren, einer überraschenden Freiheit mit der gleichzeitigen Bestimmtheit, dass alles, was passieren kann das einzig Mögliche gewesen sein wird. (Stephan Sperlich)
Hier regiert Diversität
Interpenetration Festival, Postgarage Graz, 16.-18.12.2009
Etwas harscher [...], in Richtung Hardcore-Kammermusik gehen Judith Unterpertinger, Katharina Klement und Manon-Liu Winter ans Werk, greifen ins Innere eines Klaviers und zweier Clavichorde, führen so nebenbei den Unsinn weltberühmter Klaviertrios à la Corea/Hancock/Zawinul ad absurdum und entwickeln aus feinst gesponnenen Klängen, durch Hämmern und Schaben und in stellenweise zauberhaften Miniaturen ein musikalisches Ganzes, in dem sich zart auf hart reimt. (Andreas Fellinger / freistil #29, Februar / März 2010)
The London Improvisers Orchestra
Regular meeting of The London Improvisers Orchestra drawing on London's rich pool of improvising musicians. The LIO is part of a long and varied heritage that stretches back to the free-jazz big bands of Chris McGregor and Mike Westbrook, the intuitive ensembles of John Stevens and purely improvising groups such as the Continuous Music Ensemble.
A powerful argument for the continuing appeal of large improvising ensembles and of free improvisation, here both thrilling and surprising in equal measures.(John Eyles - ALL ABOUT JAZZ, 2008)
unterPritperTingerchard
Alwynne Pritchard – voice
Juun – prepared piano
unterPritperTingerchard is the duo Alwynne Pritchard (voice) and Judith Unterpertinger (prepared
piano). They perform composed and improvised music and are based in Bergen and London/Obertraun.
Following initial concerts in Norway and AustriaunterPritperTingerchard are now planning to step up
their activity with a series of concerts across Europe.
don@u.com
The idea of don@u.com was born in the fall 2002 when Daniel Matej and Martin Siewert met for the first time at Musikprotokoll ’02 in Graz, playing on the same evening and stage with their own bands TRAPIST and VAPORI del CUORE. Sharing similar aesthetic concepts and approaches to improvisation they decided to form an occasional band “open to musicians united by the river Danube and – most of all – by common ideas”. The band then got its name in 2004, at the occasion of its first public performance. Since 2006 don@u.com plays in more or less definite line-up with 7 musicians (Bernhard Breuer, Daniel Matej, Marek Piacek, Martin Siewert, Ronald Šebesta, Juun, Peter Zagar) and the sound engineer Roman Lašciak.
Performances
znit
znit wurde 2002 von der Komponistin Judith Unterpertinger und der Tänzerin und Choreografin Katharina Weinhuber gegründet. Sehr wichtig ist für znit ein Herausgehen aus den traditionellen Formen, ein Vertauschen und Verwischen der Kompetenzen. Das bedeutet, dass die bei verschiedenen Produktionen mitwirkenden KünstlerInnen ihre Fachbereiche verlassen, um diese zu erweitern und dort wiederum an ihre Grenzen zu stoßen. In diesem Spannungsfeld können Ideen und Themen anders entwickelt werden.znit arbeitet produktionsbezogen ohne fixe Orte, "zwischen Linz, Wien und anderswo".
Katharina Weinhuber - Choreografie, Inszenierung, Performance
Judith Unterpertinger - Komposition, Inszenierung, Performance
znit: Heute bin ich Held_in, Innsbruck 2009weiter
znit: ich grenz an alles immer mehr, Linz 2006 weiterund weiter
znit: irgendeinSPIEGELschaun, Linz 2003weiter
lemophilia squeezer
lemophilia squeezer thematisiert den Begriff “Wahnsinn” und drei seiner Formen in unserer Gesellschaft: Wahnsinn als ein Akt von bewusster Rebellion gegen eine übergeordnete Macht – sei diese nun politischer, sozialer oder zwischenmenschlicher Natur. Wahnsinn als Reaktion auf eine unbequeme Wahrheit. Wahnsinn aus der Perspektive eines Opfers. Die Fragen, die durch das Thema aufgeworfen werden, drehen sich um die Grundlage unseres gegenseitigen Verstehens. Ist jemand, dessen Verhaltens- und Denkmuster nicht der akzeptierten sozialen Norm entsprechen, ein Hindernis für unsere täglichen Rituale? Ist Kommunikation mit jemandem, der uns zu keinem Zeitpunkt an uns selbst erinnert, möglich? Falls ja: In welcher Umgebung kann ein Dialog entstehen? Falls keine Interaktion zustande kommt: Welche Emotionen werden bei den Akteuren freigesetzt?
Agniezka Obuchowics - Choreographie, Performance
Judith Unterpertinger - Performance
gegangen. Eine performative Klanginstallation - 2006
Am 26. Oktober 1772 fuhr Wolfgang Amadeus Mozart, 16, mit dem Vater von Innsbruck nach Hall, um im Damenstift Bekannte zu besuchen. "Der Wolfgang spielte in der Kirche die Orgel", notierte der Vater. Von dieser Orgel soll sich der zweimanualige Spieltisch in Fügen erhalten haben. [...] Die Tirolerin Judith Unterpertinger legte Kieselsteine auf die Tasten, die nur noch ihr funktionelles Geräusch von sich geben. Mit den Steinen brachte sie Orgelpfeifen zu subtilem Klingen und gab auf diese Weise dem Manual eine Idee von Klang zurück.[...] Tiroler Tageszeitung (Ursula Strohal)